Vorbeugende Maßnahmen sind bei Knöchelverstauchungen unerlässlich.

Knöchelverstauchungen, eine der häufigsten Verletzungen bei Sportlern in anspruchsvollen Sportarten, erfordern laut Experten präventive Maßnahmen. Prof. Dr. Mehmet Binnet, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie am Acıbadem Krankenhaus in Ankara, informierte über Verstauchungen. Binnet erklärte, dass Bänderzerrungen im Knöchel die häufigsten Verletzungen im Sport und im Alltag seien. Laut internationalen Studien erleiden täglich 27.000 Menschen Bänderverletzungen im Knöchel. Er wies darauf hin, dass sich täglich einer von 10.000 Menschen den Knöchel verstaucht und mindestens die Hälfte davon schwerwiegend ist. Binnet betonte, dass diese Art von Verletzungen bei Sportlern häufiger vorkommt. So betreffen 45 % der Basketballverletzungen, 30 % der Fußballverletzungen und 25 % aller Leichtathletikverletzungen das Sprunggelenk. Er fügte hinzu, dass 75 % der Knöchelverletzungen Bänderverletzungen seien und 85 % davon durch ein Umknicken des Fußes nach innen verursacht würden.

„Werden keine Schutzmaßnahmen ergriffen, wird das aktive Sportleben für einen langen Zeitraum unterbrochen.“

Binnet erklärte, dass Verstauchungen bei Sportlern häufig wiederkehren, wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden. „Dies führt zu einer Verschlechterung des Gelenkknorpels und damit zu einer langfristigen Unterbrechung der sportlichen Karriere“, fügte er hinzu. Da eine Verstauchung eine Bänderverletzung darstellt, sagte Binnet: „Bei Knöchelverstauchungen muss zunächst der Schweregrad der Verletzung beurteilt werden. Eine leichte Verstauchung als solche einzustufen und den Sportler mit Kühlung und Verband weiterspielen zu lassen, kann schädlich sein. Zeigt die Untersuchung eine deutliche Gelenklaxität und treten beim Laufen starke Schmerzen und Hinken auf, kann der Sportler seine sportliche Aktivität nicht fortsetzen. Schwillt der Knöchel sofort an und kommt es zu Bewegungseinschränkungen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Gelenkblutung hoch.“ Binnet erklärte, dass die wichtigste Notfallbehandlung bei den meisten Verstauchungen aus Ruhe, Kühlung, Kompression mit einem elastischen Verband und Hochlagerung des Beins besteht. Die Verwendung von Krücken und leichten Schienen sei hilfreich, um den verletzten Bereich vor weiteren Schäden zu schützen. Binnet wies darauf hin, dass die Anwendung von Kälte oder Eis sofort erfolgen sollte, um Schwellungen zu reduzieren und eine schnellere Heilung zu fördern.

„KNÖCHELNVERSTOSSEN KÖNNEN NICHT ALLEIN MIT RUHE, VERBAND UND MEDIKAMENTEN BEHANDELT WERDEN.“

Binnet betonte die Wichtigkeit, Eisbeutel in Handtücher gewickelt 15 bis 20 Minuten lang anzuwenden und erklärte: „Dies kann je nach Situation 1 bis 3 Tage dauern. In diesem Zeitraum muss eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Solange beim Belasten des Beins Schmerzen auftreten, sollte dieses nicht belastet werden. Die Rehabilitation kann je nach Schweregrad der Verletzung 1 bis 4 Wochen dauern. Nach der Rückkehr zum Sport ist das Risiko einer erneuten Verstauchung für eine gewisse Zeit hoch. Im Allgemeinen ist eine zweite Verstauchung schwerwiegender als die erste und eine dritte schwerwiegender als die zweite. Daher kann das Tragen eines Verbandes oder einer Knöchelbandage für 6 Wochen nach der Verletzung sinnvoll sein, um eine ausreichende Heilung zu gewährleisten. Knöchelverstauchungen sind keine schwerwiegende Verletzung, erfordern aber eine Rehabilitation. Sie lassen sich nicht allein mit Ruhe, Verband und Medikamenten behandeln. Bei einer solchen Behandlung kann sich häufig eine chronische Knöchelinstabilität entwickeln.“

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